Wespennest – Was tun?

In den Sommermonaten erreichen uns immer wieder Nachfragen wie mit Wespennestern am Haus und im Garten umzugehen ist.
 

Für gesunde Menschen ist ein Wespenstich zwar lästig, aber nicht gefährlich: Selbst nach zahlreichen Stichen sind keine Vergiftungen mit eventuell tödlichem Ausgang zu erwarten. Auch ein Bienen- oder Hornissenstich ist nicht gefährlicher als der einer Wespe.

 
Zu kritischen Reaktionen kann es nur dann kommen, wenn Menschen auf bestimmte, in den Mischgiften enthaltene Eiweißkörper stark allergisch reagieren oder der Stich in den Rachen erfolgt. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Häufig können Wespen- und Hornissennester geduldet werden, wenn man einige Regeln beachtet:
 
Maßnahmen in Innenräumen
  • Wespen den Zugang versperren, z.B. durch Fliegengitter.
  • Wenn ein einzelnes Tier im Haus ist: Zwei Fenster öffnen. Dann wird das Tier durch die Zugluft nach draußen geleitet. Oder das Tier in einem Glas fangen und draußen wieder freilassen.
  • Vorbeugend problematische Stellen abdichten, z.B. Einschlupflöcher zu Rollladenkästen oder Zwischendecken.
  • Öffnungen zu unproblematischen Stellen offen lassen (z.B. ungenutzte Dachböden), um Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Davon profitieren auch andere Tierarten.
 
Maßnahmen im unmittelbaren Nestbereich (Umkreis 2 – 3 m ):
  • Störungen vermeiden: Flugbahn unmittelbar am Nest nicht verstellen. Einfluglöc her nicht verstopfen. Nicht in den Einfluglöchern stochern. Wasserschläuche nicht auf das Nest richten. Heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen vermeiden, z.B. beim Rasenmähen. Tiere nicht anhauchen.
  • Keine Insektenbekämpfungsmittel einsetzen: Durch sie können gefährliche Abwehrreaktionen ausgelöst werden. Zudem wird dadurch auch die Umwelt belastet.
  • Begegnungen vermeiden: Wespen in der Nähe von Sitzplätzen durch Bretter oder Tücher so zu ihrem Einflugloch lenken, dass Begegnungen vermieden werden. Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.
 
Maßnahmen im Freien:
  • Wenn man sich durch eine Wespe belästigt fühlt, sollte man ruhig bleiben. Das neugierige Tier verschwindet bald von selbst. Auf keinen Fall sollte man wild um sich schlagen.
  • Speisen, Getränke, aber auch Essensreste im Freien nicht unbedeckt stehen lassen. Lebensmittel durch Netze oder Abdeckhauben schützen. Nicht direkt aus Dosen oder Flaschen trinken, Strohhalme benutzen, Gläser abdecken.
  • Kindern den Mund abwischen, damit keine Wespen durch Süßigkeitenreste angelockt werden.
  • Auf Blumen- oder Streuobstwiesen nicht barfuß laufen.
  • Fallobst möglichst aufsammeln und nicht am Boden (ver-)faulen lassen. Mülleimer geschlossen halten. Nur ausgespülte Flaschen und Dosen in den Container werfen.
 
Maßnahmen im Notfall:
In manchen Fällen können spezielle Maßnahmen erforderlich sein, z.B. in der Nähe von Kinderspielplätzen, Gärten oder im privaten Bereich von Allergikern. Beachten Sie dabei bitte:
Bei akuter Gefährdung von Menschen im Bereich öffentlicher Flächen und Bauten kann die Feuerwehr zur Hilfe gerufen werden.
Im privaten Bereich hilft die Feuerwehr nur in besonders akuten Fällen, z. B. bei  Allergikern, Kleinkinder oder wenn der private Wohnbereich extrem durch die anwesenden Wespen bedroht ist und eine gewerbliche Schädlingsbekämpfungsfirma nicht rasch genug handeln kann.
Sollten Sie auf öffentlichen Plätzen und Wegen ein möglicherweise für Fußgänger oder Radfahrer gefährliches Wespennest entdecken, wenden Sie sich bitte an die Gemeindeverwaltung, diese wird bei Bedarf die Feuerwehr verständigen.
 
Hornissennester dürfen nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörden beseitigt oder umgesiedelt werden, da Hornissen zu den besonders geschützten Arten gehören. Dazu wird i.d.R. ein Wespenberater oder die Feuerwehr beauftragt.
Bienennester werden gegebenenfalls auch durch die Feuerwehr oder einen beauftragten Imker entfernt.
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